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1968, die 70er und der Kampf um die Deutungshoheit von Geschichte

8. März 2001
Die Diskussion um die Vergangenheit von Joschka Fischer zeigt, mit welcher Verbissenheit der Kampf um die Deutungshoheit von Geschichte zeitweise geführt wird. Immer wieder stellen konservative Politiker und Medien die Frage, ob jemand Außenminister sein darf, der früher einmal Polizisten verprügelt oder an einer PLO-Konferenz teilgenommen hat.

Dabei geht es nicht nur um kurzfristige politische Vorteile für die Opposition, die den Rücktritt des Ministers fordert, und hofft, durch Angriffe auf Fischer von ihrer jahrzehntelangen illegalen Spendenpraxis ablenken zu können. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob bürgerlicher Ungehorsam überhaupt ein legitimes Mittel in der Politik ist oder nicht. Mit Fischer sitzen alle bürgerlichen Protestbewegungen der letzten 30 Jahre auf der Anklagebank: die 68er und ihre Außerparlamentarische Opposition, die Anti-Atomkraftbewegung, die Frauenbewegung, die Friedensbewegung und die verschiedenen Umweltbewegungen.

Der Weg Joschka Fischers vom Sponti zum Außenminister ist seit langem bekannt. Dennoch ist man immer wieder überrascht, wie vielschichtig dieser Entwicklungsprozess war. Zudem wird in der Diskussion deutlich, dass man ohne eine Würdigung der Zeitumstände, weder den damaligen noch den heutigen Akteuren gerecht wird. Lebenswege sind immer viel komplexer als der parteipolitische Blick es gerne hätte.

1968 und die 70er Jahre haben auch Spuren im GenerationenProjekt hinterlassen.

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