1934

Bachabkehr 1934

Von Alois Eder

Bachabkehr ist sonst nur einmal im Jahr,
ein Fressen für Anrainer, zappelnde Fische
auf plötzlicher Ebbe im Bett des Mühlbachs,
man braucht sie nur zu greifen.
Eine Woche steht still die Kette der Mühlen,
in hohen Stiefeln waten die Fischer.
Bachabkehr, die Kette der Mühlen steht still,
man greift sich die Müllner, die zusammengerottet
versucht haben, eine Brücke zu halten,
als der Bürgerkrieg schon verloren war.
Geflohen dann, die Dämme entlang,
sich der Waffen entledigt.
Die fallenden Wasser bergen dann nicht mehr
Helm und Gewehr, zu Stößen getrieben
vor Rechen und Wehren, in Schrebergärten
spürt man versprengte Fische auf,
versteckt und mit schreckgeweiteten Augen,
man greift sie: kaum dass sie um sich schlagen.
Wohlfahrter ist tot, der Lehrer, man jagt sein Gefolge,
das er Recht Recht und Unrecht Unrecht
zu nennen gelehrt hat im Werkswohnungskohldunst,
gestorben am Misserfolg der Revolte,
die blecherne Lampe zittert noch nach,
Widerhall des Schusses aus eigener Waffe.
Bachabkehr, trocken liegen die Bäche,
kein Vorstadtbub trauert dem Lehrer nach,
sie lauern auf übersehene Waffen und Fische.
Auf den Gusseisentrümmern der Abfallhalden
den Fluss entlang klingts ihm wie rostige Glocken nach,
wenn wie Treiber die Treiber dran schlagen.
Und dann ebbt die Jagd ab,
vereinsamt die Wehre und Rechen.
Bachabkehr, da werden die Fische handzahm
und schnappen nach Luft, trocken liegen die Bäche,
und wäre nicht Winter, da all das geschieht,
empfänden zum Mindesten die Badenden Freude
über den ungewohnten Schwall Wasser im Flussbett.

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