Kriegsgefangene

Mein Kriegsende

Von Max Brink

Es waren junge Soldaten. Schüler, gerade 15 Jahre alt, als  sie Anfang 1944 als Luftwaffenhelfer zu einer Flugabwehrbatterie eingezogen wurden. Diese lag zum Schutz eines großen Stahlwerkes in Georgsmarienhütte.
Ich war einer von ihnen. Und zwar der Jüngste des Jahrgangs 1928, der als letzte Altersstufe zur Flugabwehrkampfwaffe (Flak) verpflichtet wurde.

Dreimal in der Woche fuhren wir Jungen zu unserer Schule nach Osnabrück, um neben dem Dienst in der Stellung dennoch das Schulpensum zu erreichen und den geistigen Anschluss nicht zu versäumen. In der übrigen Zeit standen wir bei Tage und in den Nächten an der Kanone. Ein erfahrener Geschützführer hatte das Kommando. Alle  anderen Gefechtspositionen wurden durch uns Luftwaffenhelfer besetzt, um die älteren Flaksoldaten für die Fronteinsätze in Ost und West freizusetzen. Nur scheinbar waren wir in der fliegerblauen Uniform mit den HJ-Armbinden noch Hitlerjugend, die Wirklichkeit hatte schnell und gründlich Soldaten aus uns gemacht.
An einem Februartag 1945, wurden wir mit unseren Geschützen auf die Bahn verladen. Stellungswechsel. Es ging nach Handorf bei Münster. Dort wurde der Luftabwehr-Ring um den Nachtjagd-Einsatzhafen der Luftwaffe durch unsere Batterie verstärkt. Als Ergänzung einer schweren Großkampfstellung der Flak wurde unser Zug mit mittelschweren Geschützen  für die Abwehr von Tiefangriffen eingesetzt. Die Luft war hier plötzlich wesentlich eisenhaltiger geworden.

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Monsieur Viktor

Von Annegret Kronenberg

Der Krieg führte uns zusammen,
dich, den gefangenen französischen Offizier,
der freiwillig bei meinem Großvater Dienst tat,
und mich, das kleine deutsche Mädchen.
In deinem Herzen brannte die Sehnsucht
nach Heimat und Familie,
in meinem die nach dem gefallenen Vater.
Wir ergänzten uns gegenseitig.
Du reichtest mir deine väterliche Hand,
stilltest meinen Wissensdurst.
Ich belohnte dich mit frischem Kinderlachen
und kindlicher Unbefangenheit.
Zärtlich nanntest du mich: »Bebe«,
und ich dich liebevoll: »Monsieur Viktor«. Jeden Sonntag erwartete ich dich ungeduldig
an dem großen Tor unserer Hofeinfahrt.
Vertrauensvoll legte ich meine kleine
Kinderhand in deine große Männerhand.
Fröhlich spazierten wir
über duftende Wiesen und Felder.
Die Feld-, Wald-, Wiesendüfte
betörten mich schon als Kind.
Lag es vielleicht an dir?
Voller Begeisterung erklärtest du mir
die Wunder der Natur.
Den Arm voller Wiesenblumen,
sangen wir lauthals
deine und meine Kinderlieder.
Flogen die Schwalben über unsere Köpfe,
warst du fest davon überzeugt,
dass sie dir Grüße aus Frankreich brächten.
Später habe ich so gedacht.

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Sergej, der Russe

Von Max Brink

Wer von uns damals in den Jahren des Krieges den hinweisenden Namen “Iwan” benutzte, meinte damit im Allgemeinen Russland oder die russischen Menschen. Sozusagen als “Begriffsverwandtschaft” verstanden. Dabei musste das nicht negativ gemeint sein. Genau so wenig, wie die Deutschen von den Österreichern als “Piefke”, von den Franzosen als “Boche” oder den Niederländern als “Moffe” bezeichnet werden. Auch das muss nicht ausgesprochen abfällig gemeint sein. Der Name Iwan ist in Russland halt ein häufig vertretener Vorname. Daher hat man diese Bezeichnung wohl als Synonym für das Land und seine Bewohner ausgewählt.

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Soziale Plastik. Die Kunst der Allmende

Zum 30. Todestag von Joseph Beuys.

Die Reise nach Jerusalem

Roman

Ich bin doch auch ein Hitlerjude

Witze im 3. Reich