Universität

Jenaer Betrachtungen

Von Jörg Matysik

Im Übergangszustand Ostdeutschlands

Große rote Lettern stechen aus der Warntafel hervor: “Objektbezogene Alarmierung bei Bränden und Havarien”. Dieses Plakat im Treppenhaus des Chemielaborgebäudes in der August-Bebel-Straße war einer meiner ersten prägenden Eindrücke in Jena. Und auch während des gesamten Semesters, in dem ich hier Chemie studierte, zeigte es mir immer an, daß ich hier noch nicht ganz zu Hause war.

In Jena sprach man von “Zielstellung” statt “Zielsetzung”, Kunststoffe ware hier “Plaste und Elaste”. Der Titel gehörte zur Anrede, und auch das “Fräulein” galt als Norm. Ich hörte manchmal Redewendungen wie “Er ist orientiert worden auf 16 Uhr” oder das in westdeutschen Ohren so fatalistisch klingende Versprechen “Das geht seinen Gang”. Schon ausgestorben waren der “Broiler”, ein gegrilltes Hähnchen, und auch kein Restaurant hätte mehr Kartoffeln als “Sättigungsbeilagen” offeriert. Sehr bald, gleich im September 1990, lernte ich auch, daß Thüringisch nicht Sächsisch ist und auch nie so bezeichnet werden darf.

Weiterlesen →
Soziale Plastik. Die Kunst der Allmende

Zum 30. Todestag von Joseph Beuys.

Die Reise nach Jerusalem

Roman

Ich bin doch auch ein Hitlerjude

Witze im 3. Reich