Die Klassentreffen

Sie bestanden 53 Jahre fort

Wir schlossen 1945 nach 6 Jahren die Mittelschule ab. Unmittelbar bei Kriegsende.

Immer wenn wir den einen oder anderen Schulfreund trafen, gab es das übliche Gespräch: „Was macht Dieser“, „wo ist Jener geblieben“, „man müsste sich mal wieder treffen“. Immer wieder die übliche Leier Nicht mehr? Doch, es gab schließlich ein Mehr, als nur Gerede.

An einem April-Sonntag 1967 traf ich den Klassenfreund Werner beim Schwimmen im Niedersachsenbad in Osnabrück. Gleiche Wortschwalle! Ich war es plötzlich leid,und versprach Werner auf der Stelle:

„Nimm mich beim Wort, ich werde in spätestens 6 Monaten soviele Adressen alter Freunde zusammen haben, dass ich im Oktober zum ersten Klassentreffen einlade.“

Damit hatte ich, trotz erheblicher beruflicher Last, mir etwas an die Backe gebracht.

Man erinnere sich. Es gab 1967 noch keinesfalls Hilfen, wie Computer, Mobiltelefon und Ähnliches. Alles wurde mühsam aus Telefonbüchern, mit Hilfe einiger Freunde oder sogar durch hervorragendes Entgegenkommen des Rektors der Schule (alte Namenslisten) Stück für Stück in die Reihe gebracht.

Ergebnis: Ich konnte nach Findung von 69 Adressen (2 Parallelklassen, Jahrgänge 1928/1929) am 7. Oktober 1967, also 22 Jahre nach der Schulentlassung, zum ersten Treffen in Osnabrück einladen.

34 alte Freunde kamen mit großem HALLO zusamen. An diesem schönen Abend beschlossen wir alle, dass wir uns in Zukunft in jedem Oktober treffen werden.

Es wurde 53 Mal wahr. Bis uns die Corona am 30. Oktober 2020 einen Strich durch die Rechnung machte. Wir mussten unsere Treffen aufgeben. Es lebten zu diesem Zeitpunkt noch vier Klassenfreunde, die inzwischen die „90“ überschritten hatten.

Ich möchte aber zum Schluss doch einen Höhepunkt nicht auslassen.

Es geht um unser Treffen am 25.März 1995. Das war auf den Tag genau 50 Jahre nach Abschluss unserer Schulzeit an der „Möser“.

Hier hatte ich die Ehre einen besonderen Tag zu präsentieren.

In der alten Schule wurden wir von Mädchen und Jungen herzlich empfangen .Eine Führung durch Physik, Chemie und Computerräume ging einer kurzen Theateraufführung der Schüler in französischer Sprache voraus. Wir konnten wirklich erfreut sein ob dieser herzlichen Bemühungen der jungen Menschen.

Es schloss sich ein Empfang durch den Osnabrücker Oberbürgermeister Jürgen Fip im Friedenssaal von 1648 an.

In seiner Laudatio ging Herr Fip sowohl auf die Tatsache ein, dass gerade wir im jungen Alter nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau sehr viel für Osnabrück geleistet haben, als auch seine Hochachtung für unsere Treue hinsichtlich der langen Klassentreffen, die er für einmalig hielt,

Es folgte ein Aufstieg auf den Turm der schönsten gotischen Kirche Niedersachsens, der Marienkirche.

Die Marienkirche in Osnabrück hat einen Kirchturm, der über 192 Stufen bestiegen werden kann, um eine Aussichtsplattform in rund 50 Metern Höhe zu erreichen.   Das nächste Ereignis an diesem schönen Tag wurde die Zusammnkunft bei Kampmeier am Heger Holz. Hier ließen wir uns das vorzügliche Ergebnis des Meisterkochs schmecken. Der Rektor der Schule war eingeladen.

An dieser Stelle ergab eine Sammlung für den Computerraum der „Möser-Realschule“ einen beachtlichen Betrag.

Gleichzeitig stellte ich nun auch, wie geplant, mein mit dem heutigen Ziel fertiges Buch „Zwischen Schiller und Mathematik“ vor.

Zum Abschluss des schönen Tages ging es zum Flugplatz Atterheide.

Ausgiebiges Kaffeetrinken gemischt mit diversen Rundflügen unseres Klassenfreundes Werner beschlossen dann diesen ganz besonderen Tag im Rahmen unserer Klassentreffen.

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