1991
Seit dem Jahre 1991 verbinde ich mit meinem Geburtstag den Ausbruch des
Golfkriegs. Mein Mann war zu diesem Zeitpunkt Unteroffizier in der
britischen Rheinarmee und stand mit seinen Leuten am 17.01.91 an der
Grenze zum Irak.
Es wurde das traurigste Weihnachten, und als der Morgen des Abschieds
nahte, konnte niemand die Empfindungen in Worte fassen. Wir klammerten
uns aneinander, unser kleines 3 Monate altes Söhnchen zwischen uns. Ich
war die einzige Ehefrau, die den Männern zum Abschied winkte. Die
anderen konnten oder wollten dieses schreckliche Gefühl der Ohnmacht
nicht ertragen. Aber ich war abergläubisch: sehe ich ihn abfahren, dann
sehe ich ihn auch wiederkommen! Keine Spur von Heldenpathos. Kein
jubelnder Abschied mit einer kleinen Träne im Auge, wie sie die Medien
so gerne verkauften. Einfach ein letzter Kuß, ein letzter Blick -
Stille.
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Am 17. Januar 1991, knapp 19 Stunden nach Ablauf des UNO-Ultimatums zur
Räumung Kuwaits, beginnt die Operation “Desert Storm”. Unter dem
Oberbefehl des Vier-Sterne-Generals Norman Schwarzkopf fliegen 1.500
Flugzeuge Luftangriffe gegen Bagdad und strategische Ziele wie
Waffenfabriken, Munitionsdepots, Flugzeugbasen und Raketenstellungen.
Saddam Hussein, der im August 1990 Kuwait besetzt hatte, ruft alle
Iraker zum Kampf gegen das Böse auf; die Mutter aller Schlachten habe
begonnen.
Der Golfkrieg wird ein TV-Spektakel, eine einzige große Werbeshow für
moderne Waffensysteme. Mit faszinierenden Videoaufnahmen wird die
Präzision lasergesteuerter Bomben und Raketen demonstriert und die
Vorstellung geweckt, dieser High-Tech-Krieg sei ein sauberer Krieg, ein
Krieg, der mit chirurgischer Genauigkeit nur militärische Ziele treffe
und die Zivilbevölkerung schone. Eine naive Vorstellung wie sich wenig
später herausstellt, als mindestens 314 Zivilisten bei einem Luftangriff
auf Bagdad in einem Bunker sterben.
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Kuwait war überrannt, greifen die internationalen Streitmächte an?
Er brach 1991 aus, der von allen bemerkte Golfkrieg. Der Krieg entstand
1990, während ich noch bei der Bundeswehr war und betraf den Einmarsch
der Irakis in den Kuwait. Januar 1991 war ich bereits aus der Bundeswehr
entlassen. Die Flugabwehrstaffel, in der ich stationiert war, hätte in
die Türkei zur Grenze in den Irak verlegt werden können, eine
Schwestereinheit wurde dorthin verlegt. Wir hatten innerhalb der
Bundeswehr viel darüber diskutiert, insbesondere mit denen, die als
Wehrpflichtige einberufen wurden und sich dann als Zeitsoldat
verpflichteten. Wäre der Wehrdienst nicht von 12 auf 15 Monate verkürzt
worden, hätte ich “Desert Storm” in der Bundeswehr erlebt. Ich wurde für
15 Monate einberufen und nach 12 Monaten entlassen. Mich betraf der
Golfkrieg und doch eben deswegen auch nicht.
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