Daß etwas Altes, Erneuerungsbedürftiges in unserem Land zu Ende ging, merkte ich deutlich und ganz persönlich bei unseren monatlichen Frauentreffen. Jedesmal fehlten mehr. Das war kein Wunder. Regelrecht vernarrt war ich in das Feindbild unserer politischen Gegner; und so drehte sich unsere Diskussion im Kreis, war unproduktiv. Ich konnte ihnen weder das politisch gute Gefühl, noch das vereinsmäßig gute Gefühl, das Gefühl der Geborgenheit, des Aufgehobenseins erhalten. Am Ende blieb Leere und Hohlheit in den Worten, in den Gedanken. Hinzu kam, daß der DFD (Demokratischer Frauenbund Deutschlands) inzwischen auch als systemfreundlich galt und demzufolge lieber zu meiden war. Es war nicht so, daß die Frauen gleichgültig, uninteressiert oder unwillig gegenüber einer Erneuerung, einer Verbesserung des Lebens, der politischen Situation gewesen wären. Das ganz bestimmt nicht. Nur, und das war die Frage, was sollten sie tun? Man konnte nicht von ihnen erwarten, daß sie in die nächste Stadt fuhren, um zu demonstrieren. Nein, davon hielten die meisten auf dem Land nichts.