Nachkriegsdeutschland

Schreiben lernen mit Alu-Stricknadeln

Von Wilma Klevinghaus

Im Herbst 1945 begann ich meine Tätigkeit als Volksschullehrerin in einem pfälzischen Landkreis. Ich hatte ein paar Tage vor dem Eintreffen der Amerikaner gerade noch meine Ausbildung in der damaligen Lehrerbildungsanstalt mit dem 1. Examen abgelegt. Bis Ende 1944 hatte man sich zumindest in den ländlichen Gebieten bemüht, den Schulbetrieb wenigstens in den Volksschulen aufrecht zu erhalten, während die Oberstufen der Oberschulen bereits vollzählig zum »Schanzeinsatz«, also zum Ausheben von Schützengräben, eingezogen worden waren. Mit dem Eintreffen der Amerikaner, denen bald danach die Franzosen als Besatzungsmacht folgten, wurden im Frühjahr 1945 sämtliche Schulen geschlossen, die Abschlussklassen entlassen. Während dieser Zeit führte die Militärregierung sehr strenge Säuberungsmaßnahmen unter den Lehrern durch. Einige Wochen nach Kriegsende hatte ich mich in einer abenteuerlichen Fahrradtour (verbotenerweise; denn man durfte zunächst seinen Wohnort nur mit besonderer Genehmigung, die schwer zu erhalten war, verlassen) in mein heimatliches Dorf abgesetzt und wartete dort der kommenden Entwicklung. In unserm Landkreis wurden damals mehr als Dreiviertel aller Volksschullehrer vorläufig entlassen.

Weiterlesen →
Soziale Plastik. Die Kunst der Allmende

Zum 30. Todestag von Joseph Beuys.

Die Reise nach Jerusalem

Roman

Ich bin doch auch ein Hitlerjude

Witze im 3. Reich