Nachkriegszeit

Buchenwald

Von Annegret Kronenberg

1945 (Zur Erinnerung an Dich, Onkel Ernst) Fremder Mann, im üppig blühenden Sommergarten stehen wir uns gegenüber. Du, der Häftling aus Buchenwald, ich das sechsjährige Mädchen. Eigenartig schaust du aus. Dein Gesicht wie eine Maske, dein Körper nur ein Gerippe. Deine Augen schauen durch mich hindurch, du sprichst kein Wort mit mir. Bist du etwa stumm oder taub? Dein stumpfer Blick scheint nur auf die Blütenpracht gerichtet zu sein und ist doch so weit weg.

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Du Oma, wer war Hitler?

Von Marianne Bunyan

Gut bürgerliches Neukölln, Hobrechtstraße, Seitenflügel, 2 Treppen. Dunkelbraun lackierte Holztreppen und gedrechselte, stets auf Hochglanz polierte Geländer. Die Frau des Hausmeisters verbrachte Stunden damit, jede einzelne Rundung blitzblank zu polieren. Alles musste zwanghaft glänzend und reinlich sein, geradeso als müsste fortwährend das Image von Fleiß und Sauberkeit zur Schau gestellt werden. Deutsche Tugenden, die einzigen, die uns geblieben waren? Wir Kinder mussten uns stets leise durch den Hausflur schleichen, wenn uns der Portier nicht erwischen sollte.

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Flucht aus Wimmersbüll

Von Lutz Menard

Wir, meine Mutter, meine zwei Jahre jüngere Schwester (10) und ich, waren nach der Vertreibung aus unserer pommerschen Heimat im April 1946 und einer gar nicht lustigen Seefahrt von Stettin nach Travemünde auf einem ehemaligen deutschen Truppentransporter im Auffanglager Wimmersbüll bei Niebüll in Schleswig gelandet. Und bald fürchteten wir nichts so sehr, als unser weiteres Leben auf einer Sanddüne fristen zu müssen. Doch eines Tages hieß es, dass wir auf Dauer bei einer Familie im Dorf eingewiesen werden sollten.

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Soziale Plastik. Die Kunst der Allmende

Zum 30. Todestag von Joseph Beuys.

Die Reise nach Jerusalem

Roman

Ich bin doch auch ein Hitlerjude

Witze im 3. Reich