Vorher und nachher ist es immer dunkel. Wegen der Nacht. Damit aber die
dort wissen, wo oben und unten ist, haben sie sich die ganze Grenze hell
erleuchtet. Für das Oben haben sie kleine Türme gebaut, in denen sie
sitzen und herunter schauen können. Für das Unten haben sie sich einen
Liegespiegel mit Rollen und einer langen Stange dran gebastelt. Da
müssen sie sich nicht auf den kalten und dreckigen Boden legen und
können trotzdem das Auto von unten sehen.
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Dreimal waren sie Hand in Hand um das Brandenburger Tor gelaufen, sie
konnten es nicht fassen, sie mussten es beschwören wie im Märchen. Die
magische Zahl drei. Wenn danach immer noch alles so war, wie es gewesen
war, dann war es Wirklichkeit. Wahrhaftig wahr. Die Wiedervereinigung,
es gibt sie. Mit der S-Bahn die Strecke über Friedrichstraße fahren,
einfach so weiter: keine Schikane, keine Grenze. Jederzeit! Unfassbar!
Seit 1953, als sie mit ihrer Familie rüber gemacht hatten, war Petra
alleine diesen Weg, diese Einbahnstraße von West nach Ost gegangen, hat
sich den zahlreichen Schikanen ausgesetzt und ist doch immer und immer
wieder gekommen, um die alte Schulfreundin Barbara und deren Familie und
Schwester zu besuchen.
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