Am 5. September 1977 wurde der Präsident der Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitsgeberverbände, Hanns Martin Schleyer, in Köln von einem
Kommando der RAF entführt. Damit begann der “deutsche Herbst”. Er fand
sein blutiges Ende mit der Erstürmung der gekaperten Lufthansa-Maschine
in Mogadischu, dem Selbstmord der RAF-Häftlinge in Stammheim und der
Ermordung Schleyers, der 45 Tage in der Gewalt seiner Entführer war.
Nach der Ermordung des Generalbundesanwalts, Siegfried Buback, am 7.
April auf offener Straße und dem tödlich verlaufenen Versuch Jürgen
Ponto, den Chef der Dresdner Bank, am 30. Juli zu entführen, war die
Schleyer-Entführung der blutige Höhepunkt in dem selbsterklärten Krieg
der RAF gegen den Staat.
Obwohl das Generationenprojekt schon seit Jahren bloß noch ein Archiv ist und neue Texte nicht mehr angenommen werden, habe ich mich entschlossen, noch einmal ein moderneres Design auszuprobieren.
Diesmal nutze ich das CSS-Framework TailwindCSS.
Vor einigen Tagen stieß ich auf das CSS-Framework Bulma.
Der erste Eindruck war so reizvoll, dass ich es am Generationenprojekt ausprobierte.
Zunächst wollte ich nur wissen, ob ich in der Lage wäre, mit diesem Framework aus dem Stand heraus eine akzeptable Website zu erstellen.
Aber dann war das Ergebnis so gut, dass ich mich entschlossen habe, das Design des Generationenprojekts noch einmal zu verändern.
Mit dem Ergebnis meines letzten Relaunchs war ich nämlich nie wirklich zufrieden.
Erst im September 2016 fand der letzte Relaunch des Generationenprojekts statt.
Und nun folgt gleich der nächste.
Ich habe mich aus mehreren Gründen für diesen Schritt entschieden.
2016 benutzte ich das CSS-Framework Gutenberg, um die Lesbarkeit des Generationenprojekts zu verbessern.
Dies ist auch voll und ganz gelungen.
Der folgende Screenshot zeigt einen Beitrag im Gutenberg-Layout.
Der Anfang eines Artikels im Gutenberg-Layout
Man erkennt sofort die Reduktion auf das Wesentliche: den Text.
Die Breite der Spalten und der Zeilenabstand orientieren sich an typographischen Konventionen, die das Lesen unterstützen und sich seit Jahrzehnten im Buchdruck bewährt haben.
Dank des Frameworks von Matej Latin waren die Texte des Generationenprojekts in allen Endgeräten gut lesbar.
Seit heute erscheint das Generationenprojekt in einem völlig neuen Layout. Aber nicht nur das Layout hat sich verändert. Das Generationenprojekt nutzt nun kein Content Management System mehr, sondern besteht aus statischen Seiten. Damit kehren wir zurück zu unseren Wurzeln im Jahr 1997, als das Generationenprojekt noch aus handgestrickten HTML-Seiten bestand. Später nutzten wir den statischen Website Generator WML für die Generierung der HTML-Seiten. Im Jahr 2002 installierte ich für das Generationenprojekt das Open Source Content Management Programm Plone. Die Hintergründe habe ich in einem Editorial beschrieben.
Erinnern digital: Strategien der Produktion und Darstellung
»Erinnern digital: Strategien der Produktion und Darstellung von Erinnerung in der Netzliteratur« – so lautet der Titel einer Masterarbeit von Kristina Petzold, in der auch das GenerationenProjekt besprochen wird.
In einem Artikel in Spiegel
Online
beschreibt Marion Rollin wie das Gedächtnis wichtige Ereignisse
verzerrt, bestimmte Einzelheiten selektiert und andere wiederum
ausblendet. Selbst völlig erfundene Erinnerungen, die der Betroffene für
tatsächlich erlebte Geschichte hält, sind möglich. So ist es
Gedächtnisforschern sogar gelungen Probanten Erinnerungen mit ganz
einfachen Mitteln zu implantieren. Es genügte, den Teilnehmern einer
Studie manipulierte Fotos aus ihrer Kindheit vorzulegen, auf denen sie
bei einer Ballonfahrt zu sehen sind. Die Hälfte der Befragten konnte
sich hinterher ganz genau an die Ballonfahrt erinnern.
Die Beteiligung am Generationenprojekt bzw. die Integration des Projekts
in den Unterricht ist dabei völlig unbürokratisch möglich. Wer Interesse
hat, das Generationenprojekt aktiv im Unterricht zu nutzen, kann sich
jederzeit an die Redaktion wenden, um die Einzelheiten
zu klären.
Vermittlung komplexer Fertigkeiten
Das Generationenprojekt eignet sich hervorragend zur Vermittlung
komplexer Fertigkeiten. Mit seiner Hilfe lassen sich nicht nur
historische Methoden (Oral History), sondern auch publizistische
Verfahrensweisen, die Aufbereitung von Quellenmaterial sowie das
Arbeiten mit einem modernen Content Management System im Internet
erlernen und einüben.
Schon immer konnte man das Generationenprojekt mit einem reinen
Textbrowser wie Lynx oder Links mehr oder weniger gut lesen. Nun erfüllt
das Generationenprojekt aber auch die
WAI-AAA-Richtlinien sowie
die US-Regelung »Section 508« und
garantiert damit einen weitestgehend barrierefreien Zugang zu den
Inhalten. Das Generationenprojekt kann nun z. B. auch mit einem
Braille-Lesegerät bedient werden. Leser mit einer Sehschwäche können mit
einem Klick auf eins der drei A’s ganz oben rechts eine Schriftgröße
auswählen, die ein bequemes Lesen am Bildschirm ermöglicht.
Wenn ich richtig gezählt habe, so nimmt der Zweite Weltkrieg mit 29
Beiträgen im Generationenprojekt den größten Raum ein. Die jüngere
Kriegsgeneration, diejenigen, die während des Krieges aufwuchsen, melden
sich zu Wort. Im neuen Jahr sind folgende Beiträge hinzugekommen.
Hans, wir schaffen das
schon und
“Das geschenkte Tirolerhütchen und das geklaute
Weihnachtsbäumchen”:http://www.generationenprojekt.de/1945/Ganser-1945.html
noch vier Tage bis Weihnachten, Zeit genug, um sich auf die hoffentlich
ruhigen Feiertage vorzubereiten, z.B. durch einen Blick ins
Generationenprojekt, in dem es vier neue Beiträge gibt. Wenn Sie jetzt
keine Zeit haben, die Geschichten zu lesen, dann drucken Sie sie doch
einfach aus und lesen Sie sie Weihnachten, Silvester oder Neujahr.
Lappen Ella Über eine Kinderpuppe. Von
Heidrun Schaller
den letzten Newsletter erhielten Sie Anfang des Jahres. Seitdem ist
nicht nur eine Menge Zeit vergangen, es hat sich auch einiges im
Generationenprojekt verändert.
Seit gestern benutze ich für das Generationenprojekt ein so genanntes
Content Management System. Es handelt sich dabei um
Plone , ein CMS, das auf Zope
, einen so genannten Web-Application-Server aufsetzt. Um es kurz zu
machen: das alles ist freie Software und 100% Microsoft-frei. Das CMS
Plone wurde von zahlreichen Entwicklern im Grunde innerhalb des letzten
Jahres entwickelt, eine sehr schnelle und aufregende Sache, wenn man
sich für freie Software interessiert.
Die Diskussion um die Vergangenheit von Joschka Fischer zeigt, mit
welcher Verbissenheit der Kampf um die Deutungshoheit von Geschichte
zeitweise geführt wird. Immer wieder stellen konservative Politiker und
Medien die Frage, ob jemand Außenminister sein darf, der früher einmal
Polizisten verprügelt oder an einer PLO-Konferenz teilgenommen hat.
Dabei geht es nicht nur um kurzfristige politische Vorteile für die
Opposition, die den Rücktritt des Ministers fordert, und hofft, durch
Angriffe auf Fischer von ihrer jahrzehntelangen illegalen Spendenpraxis
ablenken zu können. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob
bürgerlicher Ungehorsam überhaupt ein legitimes Mittel in der Politik
ist oder nicht. Mit Fischer sitzen alle bürgerlichen Protestbewegungen
der letzten 30 Jahre auf der Anklagebank: die 68er und ihre
Außerparlamentarische Opposition, die Anti-Atomkraftbewegung, die
Frauenbewegung, die Friedensbewegung und die verschiedenen
Umweltbewegungen.
Sommer 1989: Tausende DDR-Bürger kehren ihrem Staat den Rücken und
fliehen über Ungarn, das den eisernen Vorhang durchtrennt hat, in den
Westen. Andere flüchten in die bundesdeutschen Botschaften in Prag,
Warschau und anderen Städten des zerbrechenden Ostblocks, um ihre
Ausreise zu erzwingen.
Aber auch im Lande selbst tut sich Unerhörtes. Mehr und mehr Menschen
wagen mehr Demokratie und gehen auf die Straße. Die Montagsdemos in
Leipzig gebären den Mythos der Heldenstadt. Dann endlich: die Wende. Am 18. Oktober wird Honecker, der seine Landsleute zum Schluß in kein Land
der Welt mehr ausreisen lassen wollte, von seinen eigenen Parteigenossen
gestürzt. Die Reformer um Honeckers Nachfolger, Egon Krenz, versuchen zu
retten, was zu retten ist. Doch das Volk glaubt ihnen nicht mehr.
Am 7. Dezember 1970 unterzeichnet Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau
einen Vertrag über die Normalisierung der Beziehungen zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen. Im Warschauer
Vertrag wird die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens anerkannt und
auf gegenseitige Gebietsansprüche verzichtet.
Durch eine unerwartete Geste wird der Besuch Brandts zu einem Wendepunkt
in der deutsch-polnischen Geschichte. Bei einer Kranzniederlegung am
Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus im ehemaligen Warschauer
Ghetto kniet Brandt plötzlich nieder. Der Kniefall Willy Brandts wird in
der ganzen Welt als Zeichen der Versöhnung verstanden, als Bitte um
Vergebung für die Verbrechen, die im Zweiten Weltkrieg in deutschem
Namen begangen wurden.
Am 17. Januar 1991, knapp 19 Stunden nach Ablauf des UNO-Ultimatums zur
Räumung Kuwaits, beginnt die Operation “Desert Storm”. Unter dem
Oberbefehl des Vier-Sterne-Generals Norman Schwarzkopf fliegen 1.500
Flugzeuge Luftangriffe gegen Bagdad und strategische Ziele wie
Waffenfabriken, Munitionsdepots, Flugzeugbasen und Raketenstellungen.
Saddam Hussein, der im August 1990 Kuwait besetzt hatte, ruft alle
Iraker zum Kampf gegen das Böse auf; die Mutter aller Schlachten habe
begonnen.
Der Golfkrieg wird ein TV-Spektakel, eine einzige große Werbeshow für
moderne Waffensysteme. Mit faszinierenden Videoaufnahmen wird die
Präzision lasergesteuerter Bomben und Raketen demonstriert und die
Vorstellung geweckt, dieser High-Tech-Krieg sei ein sauberer Krieg, ein
Krieg, der mit chirurgischer Genauigkeit nur militärische Ziele treffe
und die Zivilbevölkerung schone. Eine naive Vorstellung wie sich wenig
später herausstellt, als mindestens 314 Zivilisten bei einem Luftangriff
auf Bagdad in einem Bunker sterben.
Am 26. April 1986 geschieht in einem ukrainischen Atomkraftwerk in
Tschernobyl das angeblich im Restrisiko verborgene Unmögliche: der GAU.
Durch mehrere Bedienungsfehler gerät der Reaktorblock 4 außer Kontrolle,
der Reaktor brennt durch, es kommt zu einer Explosion, das Kernkraftwerk
geht in Flammen auf. Riesige Mengen Radioaktivität werden freigesetzt.
Zunächst soll der Unfall vertuscht werden. Die Bewohner der Umgebung
ahnen nichts von der Gefahr. Manche sonnen sich unbekümmert am nächsten
Tag vor ihrem Haus, beobachten neugierig den Reaktorbrand. Erst 36
Stunden nach dem Unfall beginnen die Behörden rund 200 Dörfer in der
Umgebung des Reaktors zu evakuieren.
Das Generationenprojekt war sehr erfolgreich. 1999 gewann es den
Ettlinger
Literaturpreis.
Es wurde von Medienwissenschaftlern wie Roberto
Simanowski als
innovatives netzliterarisches Internetprojekt analysiert. 1997 hieß Web
2.0 noch Netzliteratur. Das war die intellektuelle Vorstufe des
Mitmach-Internets, ein Hype, der eine Reihe interessanter literarischer
Projekte hervorbrachte.
Von Anfang an wurde das Generationenprojekt immer wieder nachgeahmt. So
gab es einmal ein Projekt mit ähnlicher Zielrichtung vom SWR und erst
vor kurzem hat Spiegel Online das Projekt
www.einestages.de
gestartet. Das Projekt übernimmt vordergründig das Konzept des
Generationenprojekts und pusht es mit viel Geld und redaktioneller
Manpower. Da fragt man sich schon, ob das Generationenprojekt bei so
brachialer Medienkonkurrenz noch mithalten kann.
Als am 4. März 1953 der Tod Stalins bekanntgegeben wird, hält die Welt
den Atem an. Ein Mythos war tot. Für fast drei Jahrzehnte hat Stalin die
Sowjetunion mit stählerner Hand regiert. Millionen Menschen sind seiner
Politik zum Opfer gefallen.
Der Georgier Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili wurde am 21. Dezember
1879 geboren. 1903 schloss er sich Lenin an, nach dessen Tod er durch
Ausschaltung seiner Gegner zum Alleinherrscher wurde.
Stalin hatte große Ziele. Rücksichtslos verwandelte er die Sowjetunion
innerhalb weniger Jahre in einen modernen Industriestaat. Der
Kollektivierung der Landwirtschaft fielen dabei 11 Millionen Menschen
zum Opfer. Bei der “Großen Säuberung” in den Jahren 1936 bis 1939 wurden
über 8 Millionen Menschen verhaftet, die Straflager Sibiriens füllten
sich bis 1942 mit über 12 Millionen Menschen. In monströsen
Schauprozessen rechnete Stalin mit seinen Gegnern in Partei und Armee
ab.